Basische Ernährung – Quelle für Kraft und Ausgeglichenheit

Wir wollen uns dem Thema basische Ernährung vorsichtig annähern, wie schon die Überschrift zeigt. Die Redaktion von Der Spiralschneider kann aufgrund der schwierigen Lage zwischen Erfolgen mit basischer Ernährung in der Praxis einerseits, Mangel an wissenschaftlichen Beweisen zu mancher Annahme zu Übersäuerung andererseits keine Aussagen darüber machen, ob überhaupt und wenn ja für welche Zivilisationskrankheiten eine Übersäuerung des Körpers verantwortlich sein könnte.

Ausgeglichenheit durch basische Ernährung

Daher handelt es sich bei diesem Beitrag lediglich um eine Übersicht, jedoch nicht um eine Gesundheitsberatung. Wir sehen hier die Gefahr, dass bei Beschwerden eine voreilige Selbstdiagnose dazu führen kann, die möglicherweise ganz anders gelagerten Ursachen dieser Beschwerden zu verkennen. Deshalb raten wir Ihnen dazu, bei Krankheiten und anhaltenden Beschwerden den Hausarzt aufzusuchen und mögliche Ursachen klären zu lassen.

Warum uns trotz dieser Zurückhaltung gegenüber dem Konzept der Übersäuerung die basische Ernährung bedenkenswert und hilfreich erscheint, das wollen wir Ihnen im Folgenden darstellen.

Was ist basische Ernährung?

Basische Ernährung ist ein Konzept aus der Alternativmedizin, dessen Ziel ein optimale Versorgung des Körpers mit Nahrungsmitteln ist, die im Körper basisch wirken. Damit soll einer angenommenen Übersäuerung vorgebeugt bzw. diese beseitigt werden. Zu diesem Zweck besteht die basische Ernährung aus weit mehr dieser basisch wirkenden Lebensmittel als aus solchen, die im Körper sauer wirken.

Eine vollständige Liste von basisch und sauer wirkenden Lebensmitteln würde weit umfangreicher ausfallen, als es für eine erste Orientierung nötig ist. Deshalb geben wir Ihnen hier nur einen kurzen Überblick.

Basisch wirkende Lebensmittel (bevorzugte)

  • Auberginen
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Bohnen (verschiedene Sorten)
  • Champignon
  • Erbsen (frisch)
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Grünkohl
  • Gurken
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Kohlrabi
  • Kopfsalat
  • Linsen
  • Paprika
  • Pfifferlinge
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rote Beete
  • Rotkohl
  • Sellerie
  • Spargel
  • Spinat
  • Wirsing
  • Zucchini
  • Zwiebeln
  • Apfel
  • Avocado
  • Banane (reif)
  • Birne
  • Datteln
  • Erdbeeren
  • Feigen (getrocknet)
  • Himbeeren
  • Honigmelonen
  • Johannisbeeren
  • Mandarinen
  • Oliven
  • Orange
  • Pfirsich
  • Pflaumen
  • Stachelbeeren
  • Wassermelone
  • Zitronen
  • Mandeln
  • Maronen

Sauer wirkende Lebensmittel (zu meiden bzw. nur sehr dosiert)

  • Artischocke
  • Erbsen (getrocknet, konserviert)
  • Rosenkohl
  • Erdnüsse
  • Haselnüsse
  • Paranüsse
  • Walnüsse
  • Fleisch, alle Sorten
  • Milchprodukte

Hier findet man sehr unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Angaben. Häufig werden Milchprodukte komplett für die Ernährung verworfen, es gibt aber auch Nahrungsmittel-aufstellungen, die manchen Milchprodukten eine schwach basische Wirkung zuschreiben. Wie genau dies ermittelt wird, bleibt in der Regel ohne nachvollziehbare Erklärung.

Getreideprodukte

Hier gibt es eine Unterscheidung von stark / schwach säurebildend. Als starke Säurebildner gelten Auszugsmehle und alle Produkte daraus. Vollkornprodukte dagegen stehen auf der Seite der schwachen Säurebildner.

  • Butter
  • Margarine
  • Koffein
  • Alkohol

Was bedeutet Übersäuerung?

Übersäuerung bedeutet, dass das Gleichgewicht aus Säuren und Basen im Körper zu den Säuren hin verschoben ist. Bestimmt wird dies über den pH-Wert. Dieser liegt für Säuren unter 7 und für Basen über 7. Ein pH-Wert von genau 7 zeigt ein neutrales Milieu an.

Eine direkte und verlässliche Messung des pH-Wertes im Körper ist nur beim Blut möglich. Der optimale pH-Wert des Blutes ist leicht basisch und liegt zwischen 7,35 und 7,45. Bei manchen Krankheitsbildern kann man eine Übersäuerung des Blutes feststellen, was in der Regel für den Arzt unmittelbaren Handlungsbedarf bedeutet.

Der pH-Wert des Urins, den man mit einem Teststreifen messen kann, unterliegt starken Schwankungen, denn sein Säuregehalt ergibt sich aus den Resultaten der Stoffwechselaktivität. Die Säure im Urin wird deswegen ausgeschieden, weil der Körper das Säure-Base-Gleichgewicht regelt und dabei überschüssige Säure unter anderem durch den Urin ausleitet. Es ist Vorsicht angebracht, wenn man mit dem Blick auf einen pH-Teststreifen glaubt, sich selbst eine Übersäuerung diagnostizieren zu können oder in einem pH-Wert eine Krankheitsursache zu erkennen glaubt.

Das alternativmedizinische Konzept der Übersäuerung bezieht sich jedoch auf eine dritte Umgebung, in der das eigentliche Problem der Übersäuerung auftreten soll, den intrazellulären Raum, also das Innere jeder einzelnen Körperzelle. Eine große Schwierigkeit besteht hier deshalb, weil sich dieser pH-Wert mit keinem direkten Verfahren messen lässt und deshalb indirekt durch eine Reihe von Beobachtungen festgestellt werden soll.

Was diese Feststellbarkeit anbelangt, gibt es viel Strittiges – wir können an dieser Stelle den Streit zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und naturheilkundlicher Praxis nicht auflösen. Beide Seiten sind davon überzeugt, evidenzbasierte Erkenntnisse zu gewinnen, aber ihre Methoden sind weitgehend unvereinbar. Wer letztgültige Ergebnisse erwartet, denen aus beiden Perspektiven zugestimmt werden kann, der wird vermutlich noch sehr lange warten müssen.

Der intrazellulären Übersäuerung werden unterschiedliche Rollen zugewiesen, je nach Standpunkt in der Alternativmedizin. Während sie von den einen als manifeste Ursache eigentlich aller sogenannten Zivilisationskrankheiten angesehen wird, wird häufig auch eine moderatere, ganzheitlichere Ansicht vertreten, die Übersäuerung bei vielen Leiden als beteiligt, jedoch nicht als alleinige Ursache, betrachtet.

Wie entsteht Übersäuerung?

Übersäuerung hat mehrere Ursachen. Angeführt werden vor allem Bewegungsmangel, da er Sauerstoffmangel erzeugt, und zu intensive Bewegung wegen der daraus folgenden Übersäuerung durch Milchsäure. Krankheiten wirken sich ebenfalls negativ auf das Gleichgewicht aus Säuren und Basen aus. Eine große Bedeutung für die Übersäuerung des Körpers kommt Stress zu. Andauernde negative psychische Belastung kann danach physisch sehr folgenreich sein.

Eine Hauptursache für die Übersäuerung ist allerdings die Ernährung. Besteht sie zu einem ungünstig hohen Anteil aus säurebildenden Lebensmitteln und zu wenigen basischen, nötigt man dem Körper ständig ein unnötig hohes Maß an regulierender Tätigkeit ab. Ist er durch ein zu hohes Säurevorkommen dazu nicht mehr in der Lage, entsteht ein Übergewicht der Säuren.

Die Folgen der Übersäuerung sind wie oben erwähnt je nach Standpunkt unterschiedlich zu beurteilen. Wir enthalten uns an dieser Stelle der eindeutigen Zuschreibung von Übersäuerung zu bestimmten Krankheiten als deren Ursache und konzentrieren uns mehr auf Aspekte des Allgemeinbefindens.
So kann sich eine Störung des Säure-Base-Gleichgewichts zu erkennen geben durch verschiedene Zustände von Müdigkeit und Erschöpfung, Ein- oder Durchschlafstörungen und Konzentrationsschwäche. Ein weiterer möglicher Hinweis auf Übersäuerung kann Antriebsschwäche sein. Beachten Sie dabei aber, dass es sich hier nicht zwangsweise um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung handeln muss und bei anhaltenden Symptomen eine genaue Untersuchung sinnvoll ist.

Wie kann basische Ernährung helfen?

Zweck der basischen Ernährung ist es, die Übersäuerung und die mit ihr zusammen auftretenden Symptome abzubauen und ein dauerhaftes Säure-Base-Gleichgewicht im Körper zu erreichen.

Wie in der kurzen Übersicht oben schon ersichtlich, gibt es eine große Menge basisch wirkender Lebensmittel, die für eine abwechslungsreiche Küche geeignet sind. Deswegen kann zunächst festgestellt werden, dass basische Ernährung kein besonderes Maß an Entsagungsbereitschaft voraussetzt. In der basischen Ernährung werden jedoch die Anteile von basisch und sauer wirkenden Lebensmitteln zugunsten der basischen ausbalanciert.

Was kann man außer basischer Ernährung noch tun?

Die für die Übersäuerung vermuteten Ursachen schließen neben der Ernährung anderes mit ein, das zu beachten und eventuell zu verändern sich auch mit allgemeinen Vorstellungen über einen guten Umgang mit sich selbst deckt. So gehört zu einem ganzheitlichen Ansatz außer der basischen Ernährung auch moderate Bewegung. Spazierengehen, leichtes Laufen oder Ähnliches steigern bekanntlich das Wohlbefinden. Sorgt man ausreichend für Zeiten wirklicher Entspannung und Erholung, stellt man überdies auch dem Stress einen wirksamen Ausgleich gegenüber.

Natürlich ist es in Zeiten mit erhöhtem Stress besonders schwierig zur Ruhe zu kommen und die Anspannung hinter sich zu lassen. Aber gerade dann ist Entspannung besonders nötig. Techniken dazu wie autogenes Training oder verschiedene Meditationsarten lassen sich erlernen und sind sehr hilfreich – was aber nur diejenigen wirklich erfahren, die dies regelmäßig praktizieren.

Es ist sicherlich allgemein konsensfähig – auch für die Kritiker des Konzepts der Übersäuerung – dass Bewegung, fleischarme oder fleischlose und gemüsereiche Ernährung sowie ein durch Einsicht in die eigenen Grenzen geprägter Umgang mit Belastungsphasen Gesundheit und Wohlbefinden zuträglich sind. Wer sich durch basische Ernährung dieser Form von Bewusstheit annähern kann, hat daraus für sich den positivsten Nutzen gezogen.



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